SAP ASE

Mit SAP ASE (Adaptive Server Enterprise) wurde ein auf SQL basierender relationaler Datenbankserver entwickelt, der insbesondere bei transaktionsorientierten Anwendungen seine Stärken ausspielen kann. Ursprünglich entstammt SAP ASE aus dem Sybase SQL Server des gleichnamigen kalifornischen Unternehmens Sybase.


Der Datenbankserver kommt vornehmlich auf Unix-Systemen zum Einsatz, kann aber auch auf Windows Servern eingerichtet werden. Das relationale Datenmodell garantiert eine performante und zuverlässige Arbeitsweise und kann dank der Integration in die Cloud schnell und unkompliziert im Unternehmensumfeld eingerichtet werden. Die moderne Architektur des Servers erlaubt etliche Geschäftstransaktionen und große Datenmengen gleichzeitig und ohne Performanceeinbußen zu verarbeiten.

Technische Hintergründe

Der relationale Datenbankserver der SAP basiert im Kern auf einem Produkt des Unternehmen Sybase aus Kalifornien in den Vereinigten Staaten. Bereits Ende der 1980er Jahre entwickelte das Technologieunternehmen einen ersten SQL Server für das Betriebssystem OS/2. Dabei wurde eine Partnerschaft mit Microsoft und Ashton-Tate eingegangen und das Produkt wurde erfolgreich vermarktet. Nach weiteren, erfolgreichen Technologien, wie das bekannte SQL Anywhere, entwickelte Sybase 1996 eine Urversion von Adaptive Server Enterprise. Fortan wurde ASE als eigenständiges Produkt, abgegrenzt vom Microsoft SQL Server, vermarktet.

Sybase

Im Jahr 2010 wurde bekannt, dass Sybase vollständig von der SAP übernommen und als hundertprozentige Tochter in die SAP America eingegliedert wird. Seitdem wurde insbesondere die Entwicklung von SAP ASE vorangetrieben und bis heute regelmäßig mit Updates versorgt. Der relationale Datenbankserver wird heute als SAP Lösung für unternehmenskritische und datenintensive Transaktionen auf Datenbankebene vermarktet. Mittlerweile besitzt Sybase in Dublin auch einen Firmensitz im europäischen Raum.

Aus infrastruktureller Sicht wird ein verteiltes Serversystem aufgebaut, welches aus einem Datenserver und einem Backupserver besteht. Dieses Modell erlaubt auch die Installation mehrerer Datenserver, die sich einen zentralen Backupserver teilen. Das Datenmanagement umfasst eine oder mehrere Systemdatenbanken und eine oder mehrere Benutzerdatenbanken. Dabei fungiert eine Datenbank immer als Masterdatenbank, die die wichtigsten Systeminformationen beinhaltet. Dazu gehören unter anderem Konfigurationsparameter, An- und Abmeldevorgänge, Serverinformationen und Passwörter.

Datenbanken

Darüber hinaus gibt es weitere Datenbanken, wie die „tempDB“ zur Zwischenspeicherung von Daten, die das Gesamtsystem komplettieren. Die immer gleiche Struktur von Adaptive Server Enterprise erlaubt die einfache und unkomplizierte Replikation des Servers auf andere Server. Soll also irgendwann ein weiterer relationaler Datenbankserver eingerichtet werden, kann das bestehende System kopiert werden, ohne, dass eine komplett neue Einrichtung auf dem neuen Server erfolgen muss.

SAP ASE

SAP ASE Übersicht

Grundsätzlich wird Adaptive Server Enterprise als Cloud-Variante bereitgestellt, dennoch ist auch die Implementation als On-Premise-Lösung möglich. Das auf der Datenbanksprache SQL basierende System zeichnet sich einerseits durch eine hohe Agilität und andererseits durch eine hohe Datensicherheit aus. Vor allem der letztgenannte Punkt ist heute für viele Unternehmen ein wichtiger Aspekt. Erreicht wird die hohe Datensicherheit durch Replikation und Verschlüsselung aller relevanter Daten und Informationen. SQL gilt, unter Berücksichtigung entsprechender Sicherheitsvorkehrungen durch Kryptologie, als zuverlässige und sichere Datenbanksprache.

Ein grundlegendes und wichtiges Argument für den Einsatz von SAP ASE ist die schnelle Transaktionsverarbeitung. Durch das leistungsstarke relationale Datenmodell können ohne weiteres etliche Transaktionen parallel zur Verarbeitung großer Datenmengen ausgeführt werden. Die zur Verfügung stehende Leistung auf Hardwareebene kann durch die Cloud-Integration innerhalb kürzester Zeit an die benötigten Ressourcen angepasst werden, sodass auch auf Anwender-Peaks schnell reagiert werden kann. Eine integrierte Hochverfügbarkeit passt das Leistungsvermögen von Adaptive Server Enterprise jederzeit an die tatsächlich benötigten Kapazitäten an. Im Falle kritischer Datenfehler sorgt eine Disaster Recovery für einen Rücksprung zu einem stabilen Systemstand.

SAP ASE kann in bestimmten Bereichen durch zusätzliche Features erweitert werden. An dieser Stelle ist unter anderem die Option MemScale zu nennen, die Arbeitslasten und Anwenderspitzen identifiziert und bei Bedarf bestimmten Tasks eine höhere Priorität zuweist. Dadurch wird eine intelligente Lastverteilung implementiert, die ressourcenhungrigen Aufgaben die entsprechenden Kapazitäten zuordnet. In Kombination mit den Amazon Web Services, die die technische Infrastruktur des Cloud-Betriebs bereitstellen, kann der relationale Datenbankserver bedingungslos skaliert werden.

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Funktionen ASE

SAP ASE kommt mit einem breiten Funktionsumfang daher, der in bestimmten Bereichen durch weitere Tools erweitert werden kann. Im Folgenden wird auf die wichtigsten Funktionen des relationalen Datenbankservers im Detail eingegangen:

XOLTP und MemScale

XOLTP ist ein entscheidender Faktor im Bereich der Transaktionsverarbeitung. Die Engine sorgt für die optimale Ausnutzung von Multicore-Computing-Systemen und sorgt dadurch für die bestmögliche Ressourcennutzung. Die zuvor bereits erwähnte Option MemScale regelt die Speichernutzung des Systems. Dadurch sollen Antwortzeiten verkürzt und Abfragen deutlich beschleunigt werden. Die Technologie hat das Ziel, die Speicherverwaltung kostengünstig und effizient zu gestalten. Dies wird unter anderem durch ein Caching-Verfahren erreicht, in dem häufig genutzte Daten in kurzer Zeit zur Verfügung gestellt werden können.

Verschlüsselung und Komprimierung

Die in den Datenbanken gespeicherten Daten und Informationen werden bei SAP ASE grundsätzlich komprimiert und verschlüsselt. Dadurch soll einerseits der benötigte Speicherplatz möglichst gering gehalten und die Daten vor unbefugten Zugriff geschützt werden. Die native Datenverschlüsselung schützt die Daten auch in der Cloud effektiv vor Angriffen von außerhalb und ermöglicht so die Einhaltung unternehmensinterner und gesetzlicher Datenschutzbestimmungen.

Partitionierung und Datenmanagement

In der Regel werden auf relationalen Datenbankservern riesige Datenmengen gespeichert. Adaptive Server Enterprise unterteilt in dem Zusammenhang die gesamte Speicherkapazität in mehrere Partitionen. Dadurch können die Datenmengen logisch in Datengruppen einsortiert werden. Dies wirkt sich in schnellen Zugriffszeiten und vereinfachten Auswertungen der gespeicherten Daten aus. Insbesondere der Zugriff auf große Datenmengen wird dadurch vereinfacht, da das System nur in einem bestimmten Partitionsbereich suchen muss.

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MVCC und Systemprozeduren

Durch den Einsatz von Multiversion Concurrency Control (MVCC) wird bereits beim Sitzungsstart ein fester Speicherbereich reserviert. Dadurch muss nicht fortlaufend neuer Speicher zugewiesen werden und es stehen von Beginn an ausreichend Kapazitäten zur Verfügung. Durch mehrere Systemprozeduren kann das gesamte System, der verwendete Speicher und die angemeldeten Benutzer überwacht und verwaltet werden. Auf diesem Wege können auch Lastspitzen identifiziert und passende Maßnahmen eingeleitet werden.

Zusammenfassung

SAP Adaptive Server Enterprise ist ein auf dem SQL Server von Sybase basierender relationaler Datenbankserver. Das System ist so konzipiert, dass es unternehmenskritische Transaktionen und große Datenmengen parallel verarbeiten kann, ohne Performanceprobleme zu erleiden. Dadurch soll insbesondere der Datendurchsatz und die allgemeine Arbeitsweise mit Datenbanken im Unternehmensumfeld vereinfacht werden. Die Lösung bietet mit MemScale und XOLTP passende Optionen zur Speicherverwaltung, um den benötigten Speicherbedarf und die damit verbundenen Kosten zu optimieren.

Die Datensicherheit wird durch umfassende Verschlüsselungsverfahren gewährleistet. Gleichzeitig befindet sich der Server in der sicheren Infrastruktur der Amazon Web Services, dem größten Anbieter für Cloud-Computing weltweit. Dennoch haben Unternehmen auch die Möglichkeit, das System als klassische On-Premise-Lösung zu implementieren. Der Aufbau des relationalen Datenbankservers ist nach dem immer gleichen Muster gestaltet. Dadurch ist sowohl die initiale, als auch die zukünftige Einrichtung auf weiteren Servern besonders einfach umzusetzen.


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