Swen Deobald
 - 24. Oktober 2019

SAP MDG

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SAP Master Data Governance (SAP MDG) ist eine Software für das effiziente Stammdatenmanagement. Für Unternehmen ist es von besonderer Bedeutung für ihren Geschäftserfolg, dass alle in den verschiedenen Systemen vorliegenden Informationen eine hohe Zuverlässigkeit besitzen.

Gerade die Stammdaten sind für Unternehmen wichtig, hier kommt es auf eine hohe Verfügbarkeit und optimale Datenpflege an. SAP MDG erlaubt hierfür das Einrichten einer zentralen Ownership aller Stammdaten und berücksichtigt dabei die Geschäftsregeln und Prozesse im jeweiligen Unternehmen.

Was ist SAP MDG?

Stammdaten haben in der Betriebswirtschaft eine zentrale Bedeutung. Sie umfassen Informationen in Bezug auf alle betrieblich relevanten Objekte wie etwa die Produkte, Kunden oder Mitarbeiter sowie die Lieferanten. Für die laufende Verarbeitung sind diese Stammdaten immer wieder erforderlich und müssen daher jederzeit abrufbar und stimmig sein. Diese Stammdaten können zum Beispiel Preise von Produkten, Namen, Anschriften und Eintrittsdaten von Mitarbeitern oder Rabattvereinbarungen mit Kunden umfassen. Verschiedene Systeme innerhalb der Unternehmensstruktur benötigen die Stammdaten für die Entscheidungsfindung. Mit SAP MDG erhalten die Unternehmen ein Werkzeug für die bessere Verwaltung dieser wichtigen Stammdaten. SAP MDG hilft dabei, Redundanzen bei der Speicherung der Stammdaten abzubauen und Unstimmigkeiten zu reduzieren, die beim Austausch der Daten zwischen verschiedenen Abteilungen im Unternehmen entstehen können. Das lässt sich vor allem durch eine zentrale Verwaltung der Stammdaten erreichen. Dafür stellt SAP MDG einen sogenannten Golden Record zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um den zentralen Stammdatensatz, der allen Mitarbeitern zur Verfügung steht und der sich zentral speichern und pflegen lässt.

Features

Das zentrale Feature von SAP MDG ist die zentrale Verwaltung und Bereitstellung von Stammdaten. Die Stammdaten-Governance bietet dabei die Möglichkeit, bisher über das ganze Unternehmen verstreute Stammdaten an einem Ort zu sammeln und damit den traditionellen Umgang mit den Stammdaten in den Unternehmen zu verändern. Der Anwender sieht auf einen Blick, wie sich die Stammdatensätze entwickeln, wer darauf Zugriff nimmt und wie sich ein höherer Nutzen aus den Daten ziehen lässt. Dank der Daten-Konsolidierung lässt sich sicherstellen, dass aktuelle und einheitliche Datensätze ohne Widersprüche zur Verfügung stehen. Das soll die Qualität der Entscheidungsfindung verbessern, die auf die Verarbeitung von Stammdaten angewiesen ist. Für Datenspezialisten stehen mächtige Tools für die Auswertung der Stammdaten zur Verfügung. Hinzu kommt eine einfach gehaltene und übersichtliche Benutzerführung, die die Produktivität im Umgang mit MDG erhöhen soll. Hier erhalten die Nutzer alle wichtigen Informationen auf einen Blick. So lassen sich zum Beispiel Änderungen an den Stammdatensätzen anzeigen, heterogene Systeme im Unternehmen erhalten einen einheitlichen Zugriff auf die Stammdaten. Die Datenkonsistenz ist dabei jederzeit sichergestellt. Weiterhin ist MDG ist für die massenhafte Verarbeitung von Daten ausgerichtet. So lassen sich große Datenmengen zum Beispiel im Rahmen von Bulk-Prozessen verändern.

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Funktion/Architektur

MDG ist ein integraler Bestandteil von SAP S/4 HANA, der Entwicklungs- und Integrationsplattform für Softwareanwendungen von SAP. Wer SAP HANA einsetzt, verfügt also bereits über die notwendige Architektur für die zentrale Verwaltung seiner Stammdaten. Es ist aber auch möglich, MDG als Stand-Alone zu verwenden. Im Unternehmen erfolgt dann die Einrichtung von MDG als eigenständiges System. Damit profitieren auch solche Unternehmen von MDG, die HANA nicht einsetzen und nur die Stammdatenverwaltung benötigen.

Stammdaten-Governance-System

MDG bietet im Rahmen der Stammdaten-Governance zahlreiche Funktionen an. Dazu gehört es, dass sich die Stammdaten unter zentraler Governance halten lassen. Hierfür steht das Stammdaten-Governance-System zur Verfügung. Im System lässt sich das Anlegen neuer Stammdaten beantragen und bestehende Daten lassen sich bei Bedarf ändern. Viele Stammdaten in den Unternehmen ähneln sich von ihren Strukturen her und treten in bestimmten Stammdatendomänen auf. Aus diesem Grund bietet MDG Standardmodelle, -benutzungsoberflächen und Workflow-Definitionen für verschiedene Domänen an. Dazu gehören die Bereiche Financials, Geschäftspartner und Kunden sowie Lieferanten oder Material. MDG stellt dem Nutzer Standard-Content zur Verfügung, den er entsprechend seiner eigenen Anforderungen anpasst.

Data Replication Framework

MDG erlaubt das Anlegen von kundendefinierten Objekten im Rahmen der MDG Application Foundation. Für die spezifischen Stammdatenobjekte lassen sich damit zentrale Governance-Prozesse anlegen. Ebenfalls möglich ist das Replizieren von Stammdaten in einzelne Zielsysteme mit dem Data Replication Framework. Dabei kann der Anwender Filter für seinen Bedarf konfigurieren und damit festlegen, welche Daten er an welches Zielsystem übertragen möchte. Weiterhin ist das Laden von Stammdaten über den Datei-Upload und über den Stammdaten-Import möglich. Hierbei handelt es sich nur um eine Auswahl der Funktionen, die MDG für die Verwaltung der Stammdaten zur Verfügung stellt.

Komponenten

Das MDG-System ist für die zentrale Governance verantwortlich, nur hier lassen sich Stammdaten anlegen und auch wieder verändern. Danach erfolgt die Verteilung auf andere Systeme wie etwa ein SAP ERP oder auf ein SAP CRM. Ebenfalls möglich ist die Verteilung auf Nicht-SAP Systeme. MDG ist also nicht davon abhängig, dass im Unternehmen bereits eine entsprechende SAP-Umgebungen vorhanden ist. Eine Verteilung der Daten ist im Prinzip auf Systeme aller Hersteller denkbar. Hierbei gilt es zu unterscheiden, ob die Synchronisierung der Daten einmalig oder kontinuierlich erfolgen soll. Es ist möglich, die Stammdaten von verschiedenen Systemen stammend kontinuierlich mit dem MDG-System zu synchronisieren. Das MDG-System ist dann nur noch für die Überwachung von Änderungen der Stammdaten und deren Verteilung zuständig, die zentrale Verwaltung entfällt bei dieser Variante. Damit kann jedes Unternehmen selbst entscheiden, welche Komponenten von MDG es nutzen möchte, die Stammdaten-Synchronisation lässt sich also unabhängig von der Verwaltung einsetzen. Damit geht eine hohe Flexibilität bei der Implementierung von MDG einher.

Wichtig für die Suche nach Stammdatensätzen und möglichen Dubletten sind bei einer solchen Management-Software auch die zur Verfügung stehenden Suchfunktionen. Hier bietet MDG als festen Bestandteil der Software die Suche per DB Search, TREX oder HANA Search an. Diese Suchfunktionen sind bereits sehr leistungsstark. Wer mehr Möglichkeiten bei der Suche wünscht, setzt auf Erweiterungen. Eine Dublettenprüfung gehört ebenfalls zu den Komponenten von MDG.

Möglichkeiten

SAP MDG bietet dem Anwender in der Praxis eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Verbesserung seines Stammdaten-Managements. Dazu gehört zum Beispiel die Prozessqualitätsanalyse. Sind die MDG-Daten in SAP HANA gespeichert, lassen sie sich mit Smart Business analysieren. So kann sich der Anwender verschiedene KPIs anzeigen lassen zum Beispiel zum Anteil der erfolgreich abgeschlossenen Prozesse. MDG bietet dem Nutzer dabei die Möglichkeit, seine eigenen KPIs zu definieren. Diese lassen sich also auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens zuschneiden. Die Definition der KPIs erfolgt auf Grundlage von SAP-HANA-Views. Damit lassen sich die Daten unter bestimmten für die jeweiligen Anwendungen relevanten Gesichtspunkten betrachten.

Grundsätzlich bietet SAP MDG die Möglichkeit, von den Fähigkeiten von SAP HANA in starkem Maße zu profitieren. SAP HANA lässt sich dabei auf vielfältige Weise einsetzen. Dazu gehört eine Beschleunigung der Stammdatenkonsolidierung, das Aufsuchen von Dubletten oder die Aggregation von KPIs in Echtzeit. Weiterhin lässt sich HANA für alle Suchanfragen verwenden. Im Zusammenspiel mit SAP HANA ist MDG daher besonders produktiv einsetzbar.

Eine wichtige Frage beim Management von Stammdaten betrifft auch immer deren allgemeine Qualität. SAP bietet hier mit SAP MDG verschiedene Möglichkeiten für die Verbesserung der Stammdatenqualität. Dazu gehört zum Beispiel eine Prüfung gegen SAP-Business-Logik oder gegen Regeln, die der Anwender in BRFplus definiert. BRFplus stammt ebenfalls von SAP und dient als Framework für das Management von Geschäftsregeln. BRF+ ist Bestandteil von SAP NetWeaver und lässt sich daher mit allen SAP-Anwendungen und damit auch mit MDG verwenden. Wer möchte, kann zusätzlich externe Dienste hinzuziehen, um die Stammdatenqualität zu verbessern.

SAP MDG

Vor- und Nachteile

Einer der größten Vorteile von MDG ist im einfachen Einstieg für SAP-erfahrene Anwender zu sehen. Wer bereits mit einem ERP des Softwareentwicklers SAP gearbeitet hat, wird sich in MDG ebenfalls schnell zurechtfinden. So erlaubt SAP MDG zum Beispiel die Entwicklung von eigenen Datenmodellen für Kunden, Lieferanten oder Material. Diese sogenannten SAP MDG Custom Objects bieten nicht nur eine flexible Datenmodellierung, die Standardobjekte sind auch an das ERP angelehnt. Zudem bietet die Software die erforderlichen Mappings, mit denen sich die Daten zwischen dem ERP und MDG austauschen lassen.

Einfach Stammdatenpflege

Ein weiterer Vorteil ist in der einfachen Pflege der Stammdaten zu sehen. Über ein entsprechendes Change Request lassen sich die Änderungen vornehmen. Die Anfragen bewegen sich dabei immer an einem definierten Workflow entlang, wobei SAP MDG in einen aktiven und in einen inaktiven Bereich unterscheidet. Daten, die gerade eine Änderung erfahren, befinden sich im inaktiven Bereich und SAP MDG gibt sie für den aktiven Bereich und damit für den Zugriff erst wieder frei, wenn der Workflow abgeschlossen ist. Das stellt sicher, dass der Anwender mit den aktuellen Daten arbeitet. Die Workflow-Modellierung erfolgt dabei entweder mit einem Regel-basierten Workflow oder dem klassischen SAP Business Workflow als SAP-eigenem Framework zur Abbildung von Prozessen und deren Optimierung.

Wiederverwendbarkeit der Berechtigungsrollen

Für die Berechtigungsrollen ergibt sich innerhalb von SAP MDG eine hohe Wiederverwendbarkeit. Das liegt daran, dass die Rollen auf Objektebene auf dem eingesetzten ERP basieren. Die Berechtigungsrollen müssen also nur einmal definiert werden und lassen sich dann in verschiedenen Systemen einsetzen. Besonders nützlich ist auch die Funktion Change Documents, mit deren Hilfe sich Änderungen auf Feldebene nachvollziehen lassen. Das ist zum Beispiel für die Compliance interessant. Es ist auf einen Blick erkennbar, welcher Mitarbeiter welche Stammdaten wann geändert hat.

SAP ERP Integration

Ein weiterer entscheidender Vorteil liegt in der engen Integration mit einem bereits vorhandenen SAP ERP zu sehen. Der hohe Integrationsgrad trägt zur Beschleunigung des Pflegeprozesses der Stammdaten bei und verbessert deren Qualität. Besonders interessant ist aber auch, dass sich die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen leichter gewährleisten lässt: Bereits im ERP bestehende Prüfungen lassen sich einfach in SAP MDG übernehmen. Es lohnt sich daher, MDG mit einem SAP ERP einzusetzen.

Bei der Anwendung von SAP MDG sollte das Unternehmen nicht unterschätzen, wie viel Erfahrung die Programmierer brauchen, um zum Beispiel von der Modellierung eigener Datenmodelle Gebrauch machen zu können. Wer bisher noch nicht mit SAP wie etwa einem ERP des Herstellers gearbeitet hat, sollte sich auf eine entsprechende Einarbeitungszeit einstellen.

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SAP MDG – für wen gedacht?

MDG ist prinzipiell für Unternehmen jeder Größe geeignet. Alle Unternehmen gehen in ihrem täglichen Geschäft mit Stammdaten um und müssen hier große Datenmengen handhabbar machen. Der Einsatz ist gerade für solche Unternehmen sinnvoll, bei denen die Stammdaten stark verstreut vorliegen. Diese Unternehmen profitieren von der Zentralisierung am meisten.

Gerade diejenigen Unternehmen, die bereits auf HANA setzen, sollten von den Möglichkeiten des hierin bereits integrierten SAP MDG Gebrauch machen, da sich kein zusätzlicher Einrichtungsaufwand ergibt. Interessant ist die Software auch für jene Unternehmen, die in der Vergangenheit immer wieder mit mangelhaften Stammdaten zu kämpfen hatten. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn es aufgrund falscher Stammdaten zur Verletzung von Compliance-Regeln gekommen ist.

Fazit

Geschäftsentscheidungen basieren in immer stärkerem Maße auf Stammdaten. Es ist daher naheliegend, diese an zentraler Stelle zu sammeln und zur Verfügung zu stellen, um eine hohe Konsistenz der Daten sicherstellen zu können. Damit gewinnt das Stammdaten-Management zunehmend an Bedeutung. Genau das ist die Aufgabe von MDG. SAP bietet die Software als Stand-Alone oder als Teil von HANA an und eröffnet den Unternehmen damit einige Flexibilität bei der Implementierung. Wer Fehlentscheidungen in seinem Unternehmen vermeiden und Kosten bei der Verwaltung der Datensätze senken möchte, für den ist SAP MDG eine interessante Option.

Swen Deobald

Swen Deobald

Mein Name ist Swen Deobald und ich bin begeisterter SAP Analytics Berater. Als Fachbereichsleiter von Compamind unterstütze ich Sie mit meinem Team bei allen Fragen rund um SAP Analytics, Business Warehouse, BusinessObjects und der SAP Analytics Cloud.

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