SAP SOP

SAP SOP ermöglicht Ihnen standardisierte und flexible Absatz- und Produktionsgrobplanung (Sales & Operation Planning). Die Planungsgrundlage bildet sich in dem Zusammenhang aus aktuellen, zukünftigen und vergangenen Daten. Darüber hinaus lassen sich durch die Grobplanung freie Kapazitäten und Ressourcen ermitteln, die bereits frühzeitig Einfluss auf die zukünftige Ausrichtung der Produktionstätigkeiten haben können.

Ziel von SAP SOP ist lang- und mittelfristige Straffung und Konsolidierung im Bereich des Absatzes und der Produktion durch die strategische Planung der kommenden Ausrichtung und Vorgehensweise entlang der Logistikkette.

Einsatzmöglichkeiten und prinzipielle Funktionsweise

Die Planung in SAP SOP erfolgt auf Basis sogenannter Informationsstrukturen. Diese Strukturen enthalten operationale Daten, die auf aktuellen, zukünftigen und vergangenen Informationen und Kennzahlen aus dem Bereich der Produktion beruhen. Informationsstrukturen sind immer nach demselben Muster aufgebaut und setzen sich aus Merkmalen, Kennzahlen und einem Zeitbezug zusammen. Der einheitliche Aufbau der Strukturen sorgt für eine systemweite Verwendung in sämtlichen Auswertungs- und Analysewerkzeugen, die auf Informationsstrukturen aus der Logistik zurückgreifen. SAP SOP fungiert in diesem Zusammenhang als klassisches Planungswerkzeug innerhalb der logistischen Informationssysteme. Dabei umfasst der Bereich Sales & Operation Planning zwei wichtige Anwendungsbereiche:

SAP Standard SOP (Standard-Absatz-/Grobplanung)

SAP Standard SOP ist die vorkonfigurierte Absatz- und Produktionsgrobplanung des SAP ERP-Systems und sofort im Unternehmensumfeld einsatzbereit. Anhand vordefinierter Parameter können einfache Ziele im Bereich des Absatzes und der Produktion geplant und Vertriebs- und Produktionsszenarien festgelegt werden. Dabei wird eine stufenweise Planung verfolgt, die die einzelnen Produktgruppen hierarchisch betrachtet. So können geplante Kennzahlen der obersten Einheit auf die unteren Ebenen gezielt verteilt und festgelegte Bedingungen der einzelnen Produktgruppen berücksichtigt werden.

SAP Flexible Planning

Im Gegensatz zu der standardisierten Planung mit SAP Standard SOP bietet SAP Flexible Planning Möglichkeiten zur kundenindividuellen Konfiguration der Absatz- und Produktionsgrobplanung. Die Informationsstrukturen können spezifisch gestaltet und um eigene Merkmale und Kennzahlenwerte ergänzt werden. Die Planung erfolgt nicht nur auf Produktgruppenebene, sondern gliedert sich beispielsweise in Produktionsstätten, Verkaufsorganisationen und Materialien auf. Unternehmen bietet sich dadurch die Chance zur ereignisgenauen Planung ihrer Absatzvorhaben und der Produktion.

Anwendungsszenarien

Als Beispiel sei die für viele Unternehmen wichtige Reaktion auf saisonale oder gesellschaftliche Ereignisse (Weihnachten, Fußballweltmeisterschaften, …) genannt. Die daraus resultierende ansteigende Nachfrage nach Produkten kann bereits im Vorfeld unter Berücksichtigung von Mitarbeiterkapazitäten und materieller Ressourcen geplant werden. Die Informationsstrukturen werden demnach mit aktuellen, zukünftigen und vergangenen Informationen gefüllt und fließen in die Planung ein. Die festgelegte Planungshierarchie berücksichtigt die vordefinierten Informationsstrukturen und schleust die Daten in die untergeordneten Ebenen ein.

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Wieso sollten Unternehmen sich um die Analyse Ihrer Daten kümmern, welche Anwendungsbereiche gibt es und welche Tools eignen sich dafür?

Planungsmethoden in SAP SOP

Stufenweise Planung

Die stufenweise Planung hat sich mittlerweile als Standard in den beiden zuvor genannten Anwendungsbereichen von SAP SOP durchgesetzt. Dabei werden die Daten gezielt auf allen Ebenen geplant und nicht hierarchisch heruntergebrochen. So kann jede Ebene separat betrachtet werden und die Daten einer Ebene müssen nicht zwangsweise konsistent zu den Daten einer anderen sein. Die stufenweise Planung ist eine flexible Methode und ermöglicht sowohl Bottom-Up als auch Top-Down Planungen. Auf Basis vergangener Planungswerte und gewisser Voreinstellungen können die Daten auch automatisch auf allen Ebenen verteilt werden. Bei Bedarf kann die stufenweise Planung aber auch durch eine konsistente Planung ersetzt werden.

sap sop planning on computer

Konsistente Planug

Bei der konsistenten Planung findet die Planung ausschließlich auf oberster Ebene der Planungshierarchie statt. Vordefinierte Abhängigkeiten der untergeordneten Planungsebenen sorgen für eine konsistente Verteilung der Plandaten. So können die freien Kapazitäten jeder Ebene berücksichtigt werden und Über- und Unterplanungen vermieden werden. Die konsistente Planung eignet sich insbesondere bei Unternehmen, deren Planungsebenen bereits im Vorfeld definierbar und durch Kennzahlen eindeutig bewertbar sind. In Kombination mit kundenindividuellen Informationsstrukturen lassen sich somit detailgetreue Vorausplanungen im Absatz- und Produktionsbereich anlegen.

In vergangenen Versionen von SAP SOP bestand mit der Deltaplanung eine weitere Planungsmethode, die mittlerweile jedoch nicht mehr unterstützt wird. Die Funktionalitäten der Deltaplanung können vollständig durch die stufenweise und konsistente Planung abgedeckt werden.

Integration und Schnittstellen in andere Systembereiche

SAP SOP agiert als zentrales Planungssystem, dass geplante Daten in andere Systembereiche überführen und relevante Informationen extrahieren kann. So können beispielsweise Schnittstellen in die Ergebnisrechnung (SAP CO-PA) relevante Daten in die Absatzplanung in SAP SOP einfließen lassen. Im Gegenzug können die Ergebnisse der vergangenen Absatz- und Produktionsgrobplanung in der Ergebnisrechnung berücksichtigt werden. Typischerweise verläuft der Informationsfluss zwischen SAP SOP und den abgeschlossenen SAP-Anwendungen einem vordefinierten Schema. Mittels Application Link Enabling (ALE) können die Daten systemweit in bestimmte Funktionsbereiche des Unternehmens überführt werden. Dabei wird auf die bewährte IDOC-Technologie in SAP zurückgegriffen.

IDOC-Container

Die Informationsstrukturen werden in einem IDOC-Container überführt, welches grundsätzlich als Standardobjekt im SAP ERP-System in allen Bereichen verarbeitet werden kann. Um die kundeneigenen Anpassungen aus dem SAP Flexible Planning zu berücksichtigen, wird für jede Informationsstruktur ein eigener Nachrichtentyp definiert. Der grundlegende IDOC-Typ ist jedoch immer derselbe. Die Informationsstrukturen können auf diese Weise flexibel angelegt werden, ohne für jede Struktur passende IDOC-Typen bilden zu müssen. Daher kann systemweit ein standardisierter IDOC-Container verwendet werden, der über verschiedene Nachrichtentypen ausgesteuert wird.

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Sämtliche Funktionalitäten von SAP SOP lassen sich nach erfolgter Integration über zwei Menüs aufrufen. Je nachdem, ob Funktionalitäten aus der Standard Absatz-/ und Grobplanung oder der flexiblen Planung aufgerufen werden sollen, gibt es entsprechende Menübäume im System. Im Bereich des Standard-SOPs wird mit der Produktgruppenhierarchie als Organisationseinheit ins Menü eingestiegen. Die flexible Planung basiert dagegen im Wesentlichen auf den individuellen Informationsstrukturen, die an vorheriger Stelle bereits ausführlich erläutert wurden.

Zusammenfassung und Fazit

SAP Sales & Operation Planning ermöglicht standardisierte und flexible Planungen im Bereich der Absatzvorhaben und Produktionstätigkeiten. Anhand vergangener, aktueller und zukünftiger Daten können Prognosen angelegt werden, die für die lang- und mittelfristige Planung herangezogen werden können. Voraussetzung dafür sind sogenannte Informationsstrukturen, die entweder standardisiert oder individuell mit Werten und Informationen gefüllt werden können. SAP SOP eignet sich dabei ausschließlich zur Planung klassischer Enderzeugnisse. Soll die Absatz-/ und Produktionsgrobplanung auch für einzelne Materialkomponenten erfolgen, muss neben SAP SOP auch eine Merkmalsvorplanung eingeführt werden.


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