Swen Deobald
 - 24. Januar 2020

SAP BW/4HANA 2.0 – Teil 2

Smart Data Integration

Mit SAP BW/4HANA 2.0 verfolgt SAP weiterhin die Verlagerung von Funktionalitäten aus der GUI in Eclipse. Im ersten Teil der Blogserie haben wir Ihnen bereits die Grundlagen zu SAP BW/4HANA vorgestellt. In zweiten Teil möchten wir noch tiefer in die Thematik einsteigen. Daher zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag, welche Modellierungswerkzeuge in Eclipse mit SAP BW/4HANA enthalten sind und wie die Datenintegration abläuft.

Welche Neuerungen bringt die SAP BW/4HANA 2.0 mit sich?

Die SAP SE hat mit der Einführung der BW/4HANA 2.0 einige Änderungen vorgenommen. Ab sofort verfügt SAP BW/4HANA über eine einheitliche Benutzeroberfläche. Diese wurde nach dem SAP Fiori-Design konzipiert und dient als Einstiegspunkt für administratorische Aufgaben und Modellierungen in BW/4HANA.

Die Benutzeroberfläche kann jedoch auch an die individuellen Bedürfnisse des Nutzers angepasst werden. Dazu kann der User eigene Applikationen sowie Gruppen zur Anwendung hinzufügen. Die bisherige SAP GUI ist für die Modellierungswerkzeuge in Eclipse nun nicht mehr erforderlich. Mit dieser Verlagerung geht die SAP SE einen großen Schritt in Richtung Eclipse. Seit dem Release der SAP BW/4HANA 2.0 stehen auch neue Funktionen zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem:

  • Erweiterte Datenflusskopie (mehr als eine Kopie, Definition auf Objektebene)
  • Datenfluss: Anzeige der HANA-Sicht(en) im CompositeProvider
  • Optimierter Datenspeicher-Objekt-Editor
  • Data Store Object Remodellierung in Eclipse und Ausführung im SAP BW/4HANA Web Cockpit
  • Data Tiering Optimierung
  • Vereinfachte Suche
  • Neue Editoren: Währungsumrechnungsart, Einheitenumrechnungsart und Stichtagsableitung
  • HDI-Verbrauch
  • Asynchrone Objektaktivierung
  • Integration der Prozesskette

SAP BW/4HANA 2.0

Vorteile für Anwender

Die zahlreichen Neuerungen der SAP BW/4HANA bringen einige Vorteile mit sich. Aufgrund der einheitlichen Benutzeroberfläche ist auch die Bedienung der Anwendung intuitiver und somit einfacher geworden. Dies führt zu einem geringeren Arbeitsaufwand der Nutzer, da lange Einarbeitungszeiten entfallen. Infolgedessen können schnellere Ergebnisse und eine höhere Produktivität erzielt werden.

Neue Funktionen zur Umgestaltung von DataStore-Objekten

Auch der DSO-Editor verfügt über neue Modellierungsansätze. So können beispielweise DataStore-Objekte von nun an durch InfoObjects oder Felder ersetzt oder mit einem Wert des InfoObjects bzw. Feldes belegt werden. Für Letzteres muss der Wert bereits im aktuellen ADSO vordefiniert worden sein. Alternativ kann das DataStore-Objekt aber auch mit einem konstanten Wert versehen werden.

Vorteil- und Nachteile

Besonders vorteilhaft ist hierbei die Flexibilität der Datenmodelle. Diese müssen bei einer Erweiterung oder Änderung nicht mehr erneut geladen werden. Anwender können so viel agiler arbeiten und auf geführte Datenmodelle, wie zum Beispiel EDW vs. DataMart, zurückgreifen. Diese Datenmodelle sind über die Feld- oder InfoObject-Auswahl im Feldbaum verfügbar.

Die Modellierungswerkzeuge sind damit einfacher zu handhaben und benötigen nur einen geringen Arbeitsaufwand. Dadurch kann schlussendlich eine höhere Produktivität erreicht werden. Trotz Vorteile wie der Vereinfachung und die damit einhergehende Kosteneinsparung ist zu erwähnen, dass kein offener Support für ETL-Partner möglich ist.

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Datenintegration mit SAP BW/4HANA 2.0

Mit der SAP BW/4HANA 2.0 steht auch eine neue Möglichkeit zur Datenspeicher-Objekt-Einstellung zur Verfügung. Die Einstellung „Schreibschnittstelle aktivieren“ ermöglicht das direkte Schreiben in der Eingangswarteschlange. Erstmals werden auch Standard- und Staging-DataStore-Objekte sowie die Integration für SAP-Datendienste, SAP Cloud Plattform Integration (CPI), SAP NetWeaver PI und SAP Data Hub Integration unterstützt. BW/4HANA 2.0 wird daher auch als Nachfolger für SAP Web Service und SAP Data Services Quellsystem bezeichnet.

Wie Sie Ihre Daten mit SAP BW/4HANA 2.0 schützen

Unternehmen stehen stets vor der Herausforderung ihr Datenschutzsystem zu überdenken. Aufgrund von neuen Gesetzen, wie der DSGVO, ändern sich vor allem die Systemansprüche. Mit zunehmenden Ansprüchen nimmt auch die Komplexität immer weiter zu. SAP BW/4HANA 2.0 bietet daher verschiedene Funktionen zur Unterstützung des Datenschutzes und der Privatsphäre an. So ermöglicht sie eine einfache Erstellung und Löschung personenbezogener Daten dank der Anbindung zu SAP ILM. Die generische Löschfunktion in SAP BW/4HANA ist dabei unabhängig vom Handling der Business Suite.

Wie Sie von der Verknüpfung von SAP ILM und BW/4HANA profitieren können

Das Update der BW/4HANA bietet eine verbesserte Unterstützung und engere Integration mit SAP ILM. Aufgrund dieser Integration ist eine Löschung replizierter personenbezogener Daten in SAP BW/HANA nun einfacher möglich. Wenn beispielsweise einige Daten ihren Zweck für das Unternehmen verloren haben, können diese ab sofort problemlos gelöscht werden.

Unterschied: SAP BW/4HANA und SAP BW on HANA 7.5

Ist es ein neues Produkt oder eine Weiterentwicklung? Genau um diese Fragen geht es im folgenden Beitrag.

Was ist SAP ILM?

Im Wesentlichen stellt SAP ILM das Aufbewahrungsmanagement in operativen Systemen sicher und trägt zur Unterstützung von Datenschutz und Datenschutzkonformität bei. Durch die engere Anbindung von SAP ILM und BW/4HANA können personenbezogene Daten einfacher verwaltet werden. So können beispielsweise Meldungen aus SAP ILM in BW/4HANA repliziert oder personenbezogene Daten während des SAP ILM-Prozesses gelöscht werden. Das ILM Notification Framework stellt zudem sicher, dass Sie weiterhin Benachrichtigungen über gelöschte (persönliche) Daten während des ILM-Prozesses erhalten.

Datenschutz-Workbench

Die Hauptaufgabe der Datenschutz-Workbench besteht darin, InfoProvider mit sensiblen Daten zu identifizieren und entsprechende Transaktions- und Stammdatensätze selektiv zu löschen. Darüber hinaus erfüllt die Workbench allerdings noch weitere Aufgaben:

  • Fortbestehende Benachrichtigungen von SAP ILM in ein SAP BW/4HANA Data Store Objekt
  • Nahtlose Integration in das Fiori-basierte SAP BW/4HANA Web Cockpit
  • Gruppierung von Benachrichtigungen in Arbeitslisten nach Themenbereichen, um den Löschprozess zu koordinieren
  • Identifikation von InfoProvidern sowie dem Datenfluss, der die zu löschenden Daten enthält
  • Dokumentation des Bearbeitungsstatus des Arbeitsvorrats für die Rechtsprüfung

Welche Vorteile bietet die Datenschutz-Workbench?

Die integrierte Lösung bietet den Anwendern einige Vorteile. Zum einen können replizierte Daten aus unterstützten operativen SAP-Quellsystemen konsistent gelöscht werden, wodurch der Verwaltungsaufwand deutlich reduziert wird. Zum anderen erhalten die Anwender eine moderne Benutzeroberfläche, die sich nahtlos in das SAP BW/4HANA Web Cockpit integrieren lässt.

Was ändert sich bei der Analytic Engine?

Die Analytic Engine verfügt ebenfalls über neue Funktionen:

  • Berechnung der Konditionen in SAP HANA mit Push-down (TopN, BottomN, LessThan, GreaterThan, NotBetween, etc.)
  • RSECADMIN (analytische Berechtigung pflegen) im SAP BW/HANA Web Cockpit
  • Einführung der Variable Typ BRF+ (kann für kundendefinierte Validierungen, Ableitungen und Berechnungen verwendet werden)
  • Read Access Logging (RAL)-Integration für erweiterte Audits
  • Benutzerdefinierte Ausnahmeaggregation und IF-Operator für Analysestellen und SAC
  • SAP Analytics Cloud Adoption durch SAP BW Live Connection mit neuer Chartunterstützung

Vorteile

Durch die neuen Funktionen der Analytic Engine ergeben sich einige Vorteile. So bietet sie den Anwendern eine höhere Flexibilität bei der Variablendefinition. Darüber hinaus kann dank der Push-Down in der SAP HANA-Datenbank eine höhere Performance erzielt werden.

So gelingt der Umstieg von SAP BW auf SAP BW/4HANA

SAP BW/4HANA Conversion

SAP BW/4HANA Availability Matrix

Für den Umstieg von SAP BW auf BW/4HANA stehen drei verschiedene Möglichkeiten Auswahl:

  • In-Place Conversion
  • Remote Conversion
  • Shell Conversion

Für welche dieser Möglichkeiten Sie sich entscheiden sollten, hängt dabei von Ihren Voraussetzungen und Bedürfnissen ab.

Für die In-Place Conversion ist ein SAP BW 7.5 SP von SAP HANA erforderlich. Hierbei wird ein bereits bestehendes SAP BW-System in SAP BW/4HANA umgewandelt. Dazu werden die Classic Objects nach und nach in HANA-optimierte Gegenparts transformiert. Die bisherige SID bleibt dabei allerdings bestehen.

Bei der zweiten Option, der Remote Conversion, wird ein BW 7.3 oder eine höhere Version benötigt. In diesem Fall wird SAP BW/4HANA auf dem System neu installiert. Aus diesem Grund erhalten Sie auch eine neue SID.

Die dritte und letzte Möglichkeit ist die Shell Conversion. Diese entspricht dem Prinzip der Remote Conversion, wobei hier allerdings kein Datentransfer stattfindet. Für diese Umstellungsoption ist ein SAP BW 7.0 oder höher notwendig.

Swen Deobald

Swen Deobald

Mein Name ist Swen Deobald und ich bin begeisterter SAP Analytics Berater. Als Fachbereichsleiter von Compamind unterstütze ich Sie mit meinem Team bei allen Fragen rund um SAP Analytics, Business Warehouse, BusinessObjects und der SAP Analytics Cloud.

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie mich!



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2 Kommentare zu "SAP BW/4HANA 2.0 – Teil 2"

Max Ziegler - 31. Januar 2020 | 10:12

Werden alle meine Modelle durch das Transfer-Cockpit automatisch in HANA-optimierte Objekte umgewandelt?

Antworten
Swen Deobald - 9. Februar 2020 | 19:29

Hallo Herr Ziegler,

tatsächlich werden nicht alle Objekte durch das Transfer-Cockpit in BW/4HANA-Optimierte Objekte umgewandelt – jedoch die meisten von ihnen. Ein Beispiel dafür sind APDs. Führen Sie im Vorfeld einen Readiness-Check durch um zu prüfen welche Objekte migriert werden können und wo es manueller Nacharbeit bedarf.

Link (S-User erforderlich):
https://launchpad.support.sap.com/#/notes/2575059

Gerne unterstützen wir Sie auch über diesen automatisierten Qick-Check hinaus. Kommen Sie gerne direkt auf mich zu.

Viele Grüße,
Swen Deobald

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