Ihre BI-Landschaft ist historisch gewachsen, Reports liegen in unterschiedlichen Tools und Änderungen dauern immer länger? Dann kann eine Power BI Migration der richtige Schritt sein. Doch eine erfolgreiche Migration bedeutet mehr, als vorhandene Dashboards einfach nachzubauen. Im besten Fall nutzen Sie die Chance, um Ihre Datenmodelle, Prozesse und Governance grundsätzlich besser aufzustellen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Bestandsaufnahme: Prüfen Sie vor der Migration, welche Reports, Datenquellen und Funktionen tatsächlich noch benötigt werden.
  • Nicht alles 1:1 übernehmen: Nutzen Sie die Migration, um redundante Berichte und historisch gewachsene Strukturen zu bereinigen.
  • Technik und Organisation zusammendenken: Datenmodelle, Berechtigungen, Lizenzen und Governance sind genauso wichtig wie die eigentlichen Reports.
  • Aktuelle Entwicklung: Microsoft verzahnt Power BI immer stärker mit Microsoft Fabric. Insbesondere Unternehmen mit Power BI Premium per Capacity sollten deshalb ihre zukünftige Kapazitätsstrategie prüfen.

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Was meint „Power BI Migration“?

Bei einer Power BI Migration wechseln Unternehmen beispielsweise von Tableau, Qlik, Excel-basierten Reporting-Lösungen oder anderen bestehenden BI-Systemen zu Microsoft Power BI. Doch auch wenn Unternehmen bereits Microsoft und Power BI nutzen, können Migrationsnotwendigkeiten entstehen, beispielsweise um bestehende Analysis-Services-Modelle, Report-Server-Inhalte oder Power-BI-Premium-Kapazitäten in eine modernere Power-BI-Architektur zu überführen.

Warum lohnt sich eine Migration zu Power BI?

Power BI ermöglicht Unternehmen, Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen, zentral auszuwerten und Ergebnisse interaktiv bereitzustellen. Die Plattform gilt als Marktführer im Bereich Business Intelligence und wird seit Jahren im Gartner Magic Quadrant for Analytics and Business Intelligence Platforms als Leader ausgezeichnet.

Besonders interessant ist die Plattform für Organisationen, die bereits Microsoft-Produkte einsetzen. Dann lässt sich Power BI optimal mit anderen Anwendungen verbinden. Viele Unternehmen entscheiden sich für eine Migration, weil sie ihre dezentralen Analyse-Tools konsolidieren und Datenauswertungen einfacher in Prozesse integrieren möchten. Mit Einzellösungen werden Reports oft doppelt erstellt, unterschiedliche Kennzahlen für gleiche Informationsinteressen verwendet und veralten Datenmodelle wegen mangelnder zentraler Betreuung.

Durch einen Wechsel zu Microsoft Power BI können Sie Ihre Reporting-Landschaft auf den neuesten Stand bringen. Mit Microsoft Fabric ist die Plattform mittlerweile auch über klassisches Reporting hinaus einsetzbar: Fabric bündelt Datenintegration, Data Engineering, Data Warehousing und Power BI in einer gemeinsamen Analytics-Plattform.

Power BI Migration in 5 Schritten

Aus unserer Erfahrung mit BI- und Power-BI-Projekten entstehen die größten Herausforderungen häufig daraus, dass technische Abhängigkeiten, fachliche Anforderungen und Governance nicht von Beginn an gemeinsam betrachtet werden. Mit den folgenden fünf Schritten vermeiden Sie diesen Fehler und geben Ihrer Migration einen strukturierten Rahmen.

1. Bestehende BI-Landschaft analysieren

Starten Sie mit einer Bestandsaufnahme. Welche Reports existieren? Wer nutzt sie? Welche Datenquellen stecken dahinter? Welche Kennzahlen sind geschäftskritisch?

Bewerten Sie anschließend, welche Inhalte Sie wirklich migrieren möchten. Ein Dashboard, das seit Monaten niemand geöffnet hat, muss wahrscheinlich nicht aufwendig neu gebaut werden.

2. Zielarchitektur und Governance festlegen

Bevor Sie Reports erstellen, sollten Sie die zukünftige Struktur definieren. Dazu gehören unter anderem Workspaces, Rollen, Berechtigungen, Datenmodelle sowie Entwicklungs-, Test- und Produktivumgebungen.

Gerade die Workspace-Struktur sollten Sie früh festlegen. Sollen Entwicklung, Test und Produktion getrennt werden? Sollen Datenmodelle und Reports in unterschiedlichen Workspaces liegen?

Außerdem sollten Sie entscheiden, welche Nutzer Inhalte erstellen dürfen und wer lediglich konsumiert. So verhindern Sie, dass nach der Migration erneut eine unkontrollierte Reporting-Landschaft entsteht.

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3. Einen Proof of Concept durchführen

Migrieren Sie nicht sofort hunderte Reports. Wählen Sie stattdessen einen repräsentativen Use Case.
Ein Proof of Concept (POC) zeigt Ihnen frühzeitig, ob Datenanbindungen, Berechtigungen, Performance und Visualisierungen wie geplant funktionieren. Gleichzeitig sammeln Ihre Fachbereiche erste Erfahrungen mit Power BI. Ein solcher POC ist besonders empfehlenswert bei komplexen Lösungen, um technische Risiken und offene Fragen möglichst früh zu erkennen.

4. Reports und Datenmodelle migrieren

Erst jetzt beginnt die eigentliche Umsetzung. Dabei sollten Sie bestehende Lösungen nicht blind nachbauen.
Prüfen Sie beispielsweise, ob mehrere Reports dasselbe Datenmodell verwenden können. Vereinheitlichen Sie Kennzahlen und optimieren Sie Abfragen. Kontrollieren Sie außerdem Row-Level Security, Aktualisierungsprozesse und Datenverbindungen.

Nutzen Sie eine separate Testumgebung zwischen Entwicklung und Produktion. Dort können Sie Datenmodelle, Berechtigungen, Prozesse und Reports unter realistischen Bedingungen prüfen, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen.

5. Rollout, Schulung und Betrieb planen

Eine technische Migration ist noch keine erfolgreiche Migration. Ihre Nutzer müssen verstehen, wo sie künftig Informationen finden und wie sie mit den neuen Reports arbeiten. Planen Sie deshalb Schulungen, Kommunikationsmaßnahmen und Support ein.

Gleichzeitig sollten Sie Nutzung, Datenaktualisierung und Performance der Plattform dauerhaft überwachen. So sorgen Sie dafür, dass Ihre BI-Landschaft langfristig beherrschbar bleibt.

Was Unternehmen 2026 besonders beachten sollten

Ein Thema verdient aktuell besondere Aufmerksamkeit: Power BI Premium per Capacity (P SKUs) wird eingestellt. Microsoft verkauft keine neuen P-SKUs mehr. Bestehende Abonnements enden grundsätzlich mit dem jeweiligen Vertragszeitraum; für den Weiterbetrieb sollen Unternehmen auf Microsoft-Fabric-Kapazitäten mit F-SKUs wechseln.

Damit wird die Kapazitäts- und Lizenzplanung zu einem wichtigen Bestandteil jeder längerfristigen Power-BI-Strategie. Hinzu kommt: Bei F-Kapazitäten unter F64 benötigen Nutzer zum Anzeigen von Power-BI-Inhalten grundsätzlich weiterhin eine geeignete Pro- oder PPU-Lizenz; ab F64 können reine Betrachter unter bestimmten Voraussetzungen eine kostenlose Fabric-Lizenz nutzen.

Auch Datenverbindungen sollten Sie testen. Microsoft stellt bei mehreren Power-Query-Connectors schrittweise von ODBC auf ADBC um. Seit August 2026 wird die entsprechende Tenant-Einstellung nach Microsofts Planung schrittweise aktiviert. Betroffen sind unter anderem Verbindungen zu Snowflake, Databricks, BigQuery und Impala.

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Fazit: Nutzen Sie die Migration als Neustart

Eine Power BI Migration ist kein reines IT-Projekt. Sie entscheidet darüber, wie schnell Ihre Mitarbeiter künftig an verlässliche Informationen kommen und wie gut Sie Ihre BI-Landschaft skalieren können.

Wer lediglich alte Reports kopiert, verschenkt einen großen Teil des Potenzials. Wer dagegen Datenmodelle, Governance, Lizenzen und Nutzeranforderungen gemeinsam betrachtet, schafft eine solide Basis für modernes Reporting – und für die weitere Entwicklung Richtung Microsoft Fabric.

Sie planen eine Power BI Migration und möchten wissen, welcher Weg zu Ihrer bestehenden Systemlandschaft passt? Sprechen Sie mit unseren Power-BI-Experten. Gemeinsam entwickeln wir eine Migrationsstrategie, die technische Anforderungen und Ihre Geschäftsziele zusammenbringt.

FAQ

Wie lange dauert eine Power BI Migration?

Das hängt vor allem von der Anzahl und Komplexität Ihrer Reports, Datenquellen und Schnittstellen ab. Statt alles gleichzeitig umzustellen, empfiehlt sich häufig eine schrittweise Migration nach Fachbereich oder Use Case.

Muss jeder bestehende Report migriert werden?

Nein. Prüfen Sie Nutzung und geschäftlichen Mehrwert. Häufig können Unternehmen während einer Migration veraltete Reports abschalten, ähnliche Auswertungen zusammenführen und dadurch ihre BI-Landschaft deutlich vereinfachen.

Kann Power BI auch auf Daten aus On-Premises-Systemen zugreifen?

Ja. Über ein On-Premises Data Gateway kann Power BI sicher auf Datenquellen im Unternehmensnetzwerk zugreifen und Daten zwischen lokalen Systemen und Microsoft-Cloud-Diensten übertragen.

Welche Rolle spielt Microsoft Fabric bei einer Power BI Migration?

Fabric wird vor allem dann relevant, wenn Sie über Reporting hinaus eine integrierte Daten- und Analytics-Plattform aufbauen möchten. Zudem gewinnt Fabric durch die Ablösung der bisherigen Power-BI-Premium-P-SKUs weiter an Bedeutung. Power BI bleibt dabei ein zentraler Bestandteil der Fabric-Plattform.